MES = My Excel Sheet? – definitiv NEIN!

Warum ist HYDRA besser als Excel?

Immer wieder hört man, die Abkürzung MES stehe für My Excel Sheet. Woher das kommt, lässt sich anhand der Historie erklären. Viel wichtiger ist allerdings, dass es gute Gründe dafür gibt, dass MES in Wirklichkeit für Manufacturing Execution System steht. Und HYDRA von MPDV als führender Vertreter dieser Softwaregattung stellt jeden Tag bei mehr als 1.400 Fertigungsunternehmen weltweit unter Beweis, dass jedes MES tausendmal besser ist als Excel.

Blickt man in ein typisches Fertigungsunternehmen aus dem Mittelstand, so findet man dort auch heute noch viele einfache Handwerkszeuge wie beispielsweise Microsoft Excel zur Auswertung von Kennzahlen oder Wandstecktafeln für die Fertigungsplanung – hin und wieder wird Excel auch für die Planung verwendet. Fragt man sich, warum Excel hier so eine enorme Verbreitung genießt, so kann es eigentlich nur eine Antwort geben: Excel kann viel und wenn man es an der einen oder anderen Stelle etwas „erweitert“ (z. B. durch Makros), dann kann es fast alles – zumindest vordergründig. Aber selbst wenn man Excel innerhalb des MS Office Pakets betrachtet, so findet man dort Anwendungen, die bestimmte Dinge besser können als Excel und trotzdem nicht immer zum Einsatz kommen. Ein Beispiel: Briefe oder Rechnungen lassen sich in Word deutlich einfacher verfassen und flexibler gestalten als mit Excel – trotzdem gibt es genug Unternehmen, die Rechnungen mit Excel schreiben. Auch die Verwaltung von Inventar lässt ich natürlich mit Excel abbilden. Ab einer gewissen Datenmenge und bei einer gewissen Strukturierung würde sicher eine Datenbank in Access mehr Sinn machen – trotzdem wird viel zu oft Excel genutzt.

Erfolg auf Basis von Gewohnheit?

Meine Vermutung ist, dass Excel so erfolgreich ist, weil der Mensch im Grunde faul ist. Warum soll ich mich mit drei verschiedenen Programmen und Datenstrukturen beschäftigen, wenn ich es mit einem einzigen ausreichend gut machen kann? Verglichen mit einem Werkzeugkasten würde man sich immer für einen Hammer entscheiden – ganz egal, ob man ein Bild aufhängen oder einen Kleiderschrank zusammenbauen will. Das kann funktionieren – kann einem aber auch auf die Füße fallen. Solange es funktioniert sehen viele nicht die Notwendigkeit, es anders zu machen. Und so ist es auch mit Excel in der Fertigung. Solange sich die Datenmengen und die Komplexität mit Excel abbilden lassen, nutzt man Excel. Im Sinne von „never change a running system“ werden Vorschläge, es anders zu machen, erfolgreich abgeschmettert. Wenn es dann allerdings mal kracht, weil Excel eben nicht mehr ausreicht, ist es oftmals zu spät und der Aufwand, die Scherben zusammen zu kehren ist größer als der, gleich ein geeignetes System einzuführen.

Dedizierte Systeme im Fertigungsunternehmen

Gemäß der klassischen Automatisierungspyramide braucht ein Fertigungsunternehmen unterschiedliche Systeme auf den unterschiedlichen Ebenen des Unternehmens. Ein ERP zur Abbildung der Geschäftsprozesse, SCADA oder HMI zur direkten Steuerung einzelner Maschinen und Anlagen sowie ein Manufacturing Execution System (MES) zur Koppelung der beiden Ebenen. Neben der Granularität der Daten ist auch der unterschiedliche Zeithorizont, in dem der Shopfloor bzw. ein ERP agieren, ein wichtiger Grund dafür, an der Schnittstelle zwischen Fertigung und Geschäftsprozessen ein professionelles Tool einzusetzen und nicht auf einen Baukasten zur Tabellenkalkulation Namens Excel zu vertrauen. Gemäß VDI-Richtlinie 5600 deckt ein MES ein breites Feld an Aufgaben ab, die direkt oder indirekt mit der Fertigung zu tun haben. Im Gegensatz zu meist selbsterstellten Tabellen in Excel bietet HYDRA dafür standardisierte Anwendungen, die auf vielen Jahrzehnten Projekterfahrung in den unterschiedlichsten Branchen basieren. Klar kann man mit Excel noch individueller auf die Anforderungen der Fertigung eingehen, aber das führt nicht selten dazu, dass unnötig komplizierte Abläufe genauso kompliziert digital abgebildet werden. Die Nutzung standardisierter Anwendungen eines MES stellt die oftmals gewachsenen Fertigungsabläufe auf die Probe und führt in vielen Fällen zur Verschlankung der Prozesse.

Kennzahlen und deren komplexe Berechnungen

In einem Punkt ist ein MES der klassischen Tabellenkalkulation auf jeden Fall weit überlegen: die Berechnung von Kennzahlen. Betrachtet man beispielsweise die Kennzahl OEE (Overall Equipment Effectiveness), so müssen dafür drei Faktoren berechnet werden: Verfügbarkeit, Leistung und Qualität. Während die Qualität ganz einfach aus dem Quotienten aus Gesamtmenge und Gutstück berechnet werden kann, gestaltet sich die Berechnung von Verfügbarkeit und Leistung schon deutlich komplexer. Das liegt daran, dass die Produktion in der Regel auch von kürzeren Unterbrechungen geprägt wird, die sich auf die Leistung auswirken. Diese müssen bei der Berechnung alle berücksichtigt werden. Auch eine feingranulare Belegung einer Maschine verkompliziert die Berechnung der Verfügbarkeit, da jede noch so kurze Zeit, in der die Maschine nicht belegt ist oder gerüstet werden soll, sich auf diesen Faktor auswirkt. Jeder, der schon mal versucht hat, den OEE von Hand zu berechnen, weiß, wie aufwendig das ist. In Excel müsste man dazu entweder ein Makro programmieren oder mit aufwendigen Formeln sein Glück versuchen. Ein MES wie HYDRA hingegen berechnet den OEE ganz automatisch im Hintergrund und stellt sicher, dass die Kennzahl jederzeit in der gewünschten Ausprägung zur Verfügung steht.

Fertigungsplanung

Eine weitere Disziplin, in der Excel einem MES nicht das Wasser reichen kann, ist die Fertigungsplanung – insbesondere dann, wenn weitere Ressourcen wie Werkzeuge, Material, Energie und / oder Personal berücksichtigt werden sollen. Noch besser geht es allerdings mit einem Advanced Planning & Scheduling System (APS) wie FEDRA von MPDV. Eine einfache Balkenplanung ist in Excel zwar kein Hexenwerk, kann bei häufigen Verschiebungen aber schon mal zu höherem Aufwand und Flüchtigkeitsfehlern führen. Fragen nach der geplanten Dauer oder die Einhaltung von Eckterminen kommen bei der Planung mit einem MES oder APS erst gar nicht auf, da das System diese automatisch berücksichtigt. In Excel muss bei jeder Verschiebung exakt auf die korrekte Übertragung geachtet werden. Und wenn es zu einem Ressourcenkonflikt kommt? Dann ist Excel meist komplett überfordert oder es werden bestehende Daten ohne Sicherheitsabfrage überschrieben. Für einen reibungslosen Ablauf in der Produktion kann sowas enorm kritisch sein. Das APS FEDRA weist den Anwender bei jeder Aktion in der Feinplanung auf Konflikte aller Art hin. Der Anwender entscheidet dann selbst, wie er damit umgeht. Somit entsteht im Idealfall ein umsetzbarer Plan. Und um noch einen draufzusetzen: Haben Sie schon mal versucht, mit EXCEL automatisch zu planen? Das APS FEDRA nutzt dazu sogar künstliche Intelligenz!

Multi-User-Fähigkeit

Je größer ein Unternehmen ist, desto mehr Personen beschäftigen sich mit der Erfassung, Verarbeitung und Auswertung von Daten aus der Fertigung. Da eine Excel-Tabelle zu einem bestimmten Zeitpunkt immer nur von einem einzigen Benutzer bearbeitet werden kann, zeigt das MES auch hier deutliche Vorteile. Die Datenbank-basierte Softwarearchitektur ermöglicht, dass Daten gleichzeitig erfasst, verarbeitet und ausgewertet werden können – auch von unterschiedlichen Benutzern. Das lässt sich mit Excel definitiv nicht umsetzen. Zudem wird sich eine automatische Datenübernahme aus einem ERP-System mit Excel als schwierig bis unmöglich erweisen. Auch die Erfassung von Maschinendaten im Shopfloor ist eher etwas für ein MES als für Excel. Selbst, wenn die Daten manuell erfasst werden sollen, können mit einem MES deutlich ergonomischer Erfassungsdialoge gestaltet werden, als mit Excel.

MES und Excel kombinieren?

Aber was, wenn unternehmensweite Vorgaben die Nutzung von Excel vorschreiben? Der Einsatz eines MES wie HYDRA schließt die Nutzung von Excel keineswegs aus. Vielmehr bietet HYDRA die Möglichkeit, die erfassten bzw. verarbeiteten Daten nach Excel zu exportieren und dort mit Daten aus anderen Quellen zu korrelieren. Für die Auswertung und Visualisierung der Daten bietet allerdings auch HYDRA ein breites Spektrum an Diagrammen, Pivot-Tabellen und Filtermöglichkeiten. Dem Anwender stehen also alle Möglichkeiten offen.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Excel zwar das vielseitigere und flexiblere Werkzeug ist, ein MES wie HYDRA für die speziellen Anforderungen der Fertigung aber deutlich besser geeignet ist. Sicher gibt es noch viele weitere Anwendungsbeispiele, die das belegen. Insbesondere in der Planung hat ein MES oder APS sogar deutlich die Nase vorn. Wer seine Daten dennoch in Excel anzeigen, sortieren oder drucken möchte, kann dafür die vorhandenen Export-Funktionen in HYDRA nutzen. Für die Datenerfassung sollten allerdings MES-Anwendungen zum Einsatz kommen, da diese besser zu den Bedürfnissen der Mitarbeiter in der Fertigung passen. Somit kann EXCEL nur eine Ergänzung zum MES sein, die es eigentlich nicht wirklich braucht, da sie keinen echten Mehrwert bietet.

Author: MPDV Mikrolab GmbH We create smart factories

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