Fertigungs-IT aus der Cloud? Ja, aber richtig!

Technisch ist es zwar mittlerweile kein Problem mehr, aber irgendwie traut sich doch kaum ein Unternehmen, die Fertigungs-IT komplett in die Cloud zu verlagern. Experten von MPDV erklären, wie das Vorhaben zum Erfolg führt und was man dabei beachten sollte.

Die Zahl der Angebote, Fertigungs-IT via SaaS (Software as a Service) zu beziehen, steigt kontinuierlich. Trotzdem sind die meisten Produktionsunternehmen noch skeptisch und fragen sich: Sind meine Daten sicher? Was passiert, wenn die Internetverbindung mal abbricht? Ist das überhaupt performant genug? In drei Statements fassen Experten von MPDV zusammen, auf was man bei Fertigungs-IT aus der Cloud achten sollte.

Wer Cloud sagt, muss auch Edge sagen!

Matthias March, Director Product Management bei MPDV, erklärt: “In der Smart Factory gibt es Anwendungsfälle, die zeitkritisch sind, zum Beispiel eine Prozessverriegelung. Da kann man nicht auf Antworten aus der Cloud warten – denn hier geht es nicht selten um Millisekunden.“ Dafür braucht es lokale Ressourcen, die Entscheidungen zuverlässig übernehmen und sicherstellen, dass die Produktion auch im Falle eines Netzwerkausfalls weiterlaufen kann. „Man spricht dann von Edge Computing“, erläutert March, „Daten werden in beide Richtungen gepuffert und so können wir auch offline – also ohne Verbindung zur Cloud – weiterproduzieren.“ Andere Anwendungen hingegen profitieren von der Cloud – beispielsweise eine werksübergreifende Analyse von Produktionsdaten. March resümiert: „Die Smart Factory braucht beides: Cloud und Edge.“ Zum Videostatement von Matthias March:

Dezentrale Datenerfassung

„Datenerfassung in der Smart Factory muss dezentral erfolgen“, konstatiert Erik Schostal, Senior Product Manager Shop Floor Integration bei MPDV. „Bei unserer Erfassungskomponente Distributed Edge Computing (DEC) entscheidet der Anwender, wo die Daten erfasst und vorverarbeitet werden – im Rechenzentrum oder direkt im Shopfloor.“ Moderne Protokolle wie OPC UA, MQTT oder MTConnect sorgen dafür, dass alle Arten von Maschinen im Handumdrehen angebunden werden können. Schostal fährt fort: „Durch die dezentrale Vorverarbeitung können wir einerseits in Echtzeit auf relevante Veränderungen reagieren und andererseits die möglicherweise begrenzte Bandbreite in die Cloud effizient nutzen. Ganz nach dem Motto: Die Cloud muss nicht alles wissen – die Smart Factory schon.“ Die Erfassungskomponente DEC wird unter anderem zusammen mit HYDRA X von MPDV ausgeliefert.

Smart Factory Cloud Services

Dass Fertigungs-IT am besten vom Hersteller selbst als SaaS angeboten wird, veranschaulicht Jürgen Petzel, Geschäftsführer Sales bei MPDV: „Mit unseren Smart Factory Cloud Services schaffen wir für unsere Kunden eine sehr komfortable Ausgangslage. Wir kümmern uns um den Betrieb, die Wartung und Pflege aller serverseitigen Anwendungen.“ MPDV kooperiert dazu mit renommierten Anbietern von Cloud Computing und stellt dort passende Kombinationen der eigenen Lösungen zusammen. „Hier profitieren wir von der zukunftsweisenden Plattformarchitektur unserer Produkte. Die Appifizierung von MES HYDRA und APS FEDRA führt in Kombination mit der Manufacturing Integration Platform dazu, dass wir maximal flexibel sind und jedem Kunden, egal in welcher Branche und welcher Größe, eine individuelle Standardlösung anbieten können.“ Zum Videostatement von Jürgen Petzel:

Jenseits der Technik

„Der Schmerz, der mit jedem weiteren Update von Betriebssystem und Datenbank ansteht, ist ziemlich nervig. Irgendwann wird das helfen, das Misstrauen gegenüber Cloud-Lösungen zu egalisieren“, sagt Petzel. Im ERP-Umfeld ist diese Grenze bereits überschritten und immer mehr Produktionsunternehmen beziehen ein ERP-System aus der Cloud. „Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis dies auch für die Fertigungs-IT der Fall ist“, meint Petzel, „natürlich immer vorausgesetzt, die technischen Hürden sind genommen – aber dabei unterstützen wir von MPDV jederzeit gerne.“

Technische Hintergründe – Was ist eigentlich Cloud Computing und was bedeutet Edge Computing?

Cloud Computing bedeutet ganz einfach, dass Computerressourcen genutzt werden, die nicht lokal im eigenen Rechenzentrum stehen, sondern an einem beliebigen Ort meist von einem externen Dienstleister betrieben werden. Der Zugriff auf diese Ressourcen erfolgt in der Regel über das Internet.

Unter Edge Computing versteht man lokale Computerressourcen, die am Rand der eigenen Netzwerkinfrastruktur betrieben werden. Im Umfeld der Smart Factory findet man solche Komponenten meist direkt im Shopfloor oder zumindest in räumlicher Nähe. Diese Edge-Komponenten kommunizieren meist mit Ressourcen in der Cloud, stellen aber auch sicher, dass lokal weitergearbeitet werden kann, wenn die Verbindung zur Cloud gestört ist.

SaaS ist die Abkürzung für Software as a Service. Das bedeutet, dass ein Dienstleister die Nutzung einer Softwareanwendung als Dienstleistung anbietet. Für die Nutzung von Online-Diensten wird ein internetfähiger Computer sowie die Internetanbindung an den externen IT-Dienstleister benötigt. Der Zugriff auf die Software wird meist über einen Webbrowser realisiert.

Wir bei MPDV nennen unser SaaS-Angebot Smart Factory Cloud Services. Darunter verstehen wir, dass wir unsere Softwarelösungen MES HYDRA, APS FEDRA und die Manufacturing Integration Platform (MIP) für Sie in der Cloud betreiben. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: https://www.mpdv.com/de/produkte-loesungen/smartfactorycloudservices/

Author: MPDV Mikrolab GmbH We create smart factories

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