Energiemanagement: Strom, Gas, Wasser immer im Blick

„Höchster Strompreis seit zwölf Jahren – und kein Ende in Sicht“: So oder so ähnlich titelten unlängst überregionale Zeitungen. Für energieintensive Industrien wie die Chemiebranche kann das schnell teuer werden. Wenn dann noch eine unvorhergesehene Leistungsspitze dazukommt, tut es im Geldbeutel richtig weh. Ein Energiemanagementsystem wie PILOT:Sustainability kann Abhilfe schaffen.  

„18.000 Euro. Das war der Preis, den uns im vergangenen Jahr eine einzige Lastspitze beschert hat“, erzählt Gisbert Burkowski, Energiemanager in der Chemieindustrie und ergänzt: „Das passiert uns nicht noch mal!“ Aber wie konnte es überhaupt dazu kommen?

Die Geschichte ist schnell erzählt und kein Einzelfall. Im Betrieb von Gisbert Burkowski ist mit dem Lieferanten eine maximale Energiegrenze von 4.000 Kilowatt vereinbart. Das reicht für die Produktion üblicherweise aus – es sei denn, es wird ein Sonderposten hergestellt. „Im Sommer mussten wir einen zusätzlichen Auftrag eintakten und beim Hochfahren der Maschinen lag der Lastgang dann für nicht mal eine halbe Stunde über der Grenze.“

Ein kurzer Moment, der das Unternehmen teuer zu stehen kam. Denn der höchste Leistungsbezug bildet die Berechnungsgrundlage für den gesamten Abrechnungszeitraum. „Auf einmal lag das Lastprofil bei 4.300 Kilowatt und damit über der Vereinbarung“, erinnert sich Burkowski. Bei einem Leistungspreis von 60 Euro schlugen allein die 300 zusätzlichen Einheiten mit 18.000 Euro zu Buche.

Verbrauchsdaten erfassen

Nach der saftigen Rechnung sei schnell klar gewesen, dass ein Energiemanagementsystem hermusste. Die Wahl fiel auf PILOT:Sustainability von FELTEN. Die Software beinhaltet alles, was mit Nachhaltigkeit und Energiemanagement in Verbindung steht. „Damit haben wir nicht nur unseren Stromverbrauch und die Lastspitzen im Blick, sondern auch die Abwasser- und Abfallentsorgung im Unternehmen.“

Ziel eines Energiemanagements ist es, alle Verbrauchsdaten zu erfassen, egal ob Wasser, Strom, Gas oder CO2-Ausstoß. Unter anderem ermöglicht die Software, Zählerstände digital zu erfassen, die Daten auszuwerten und in Diagrammen zu visualisieren. Denn beim Energiemanagement geht es um mehr als das Erfassen von Zählerständen. Ein solches System schafft Transparenz und ermöglicht somit, vorausschauend zu handeln – und im Falle von Gisbert Burkowski Lastspitzen zu vermeiden. Die Informationen kann er als Reportings abspeichern und allen Hierarchieebenen zur Verfügung stellen.

Vorgaben erfüllen

„Wir hatten eine ganze Reihe analoger Stromzähler im Einsatz. Die haben wir mit Hardware nachgerüstet, um die Zählerstände digital auslesen zu können“, erinnert sich Burkowski. Die Zähler wurden dann in der Zählerverwaltung der PILOT Software hinterlegt. Dort lässt sich jeder Zähler individuell konfigurieren und einem Standort, einem Gebäude, einer Abteilung oder einer Kostenstelle zuordnen: „Das hilft uns dabei, die Verbräuche später exakt aufzuschlüsseln“.

Aber nicht nur physisch vorhandene Zähler können ausgewertet werden. In der Software PILOT:Sustainability lassen sich auch virtuelle Zähler konfigurieren und so zu einem Knoten zusammenfassen. Darüber hinaus ist es möglich, manuelle Kontrollmessungen vorzunehmen. So lässt sich überprüfen, ob die digital erfassten Zählerwerte mit dem tatsächlichen Ist-Stand übereinstimmen. Wenn alles aufgesetzt ist, werden die Zählerstände im Viertelstundenrhythmus erfasst. Damit erfüllt ein Unternehmen zugleich die Vorgabe für die Zertifizierung nach ISO 50001.

Sobald alle Zähler angelegt sind, das System konfiguriert ist und die Daten einlaufen, sind Auswertungen in verschiedensten Detailgraden möglich „Wir wählen aus einer Baumstruktur mit ein paar Klicks aus, welchen Herstellbereich wir uns anschauen wollen, zum Beispiel den Bereich Wiegen. Alle dafür relevanten Zähler sind dem Bereich zugeordnet“, erläutert Burkowski und ergänzt: „Für eine möglichst genaue Auswertung schauen wir uns den Energieverbrauch einer einzelnen Anlage oder eines einzelnen Aggregats an. Dann werden alle viertelstündlich erfassten Werte für die Anlage angezeigt und wir können uns die Lastspitzen genauer anschauen.“

Zusammenhänge erkennen

Wenn es um die Darstellung der Daten geht, kann der Bediener aus Energiefluss-, Kachel- oder Kuchendiagramm die Ansicht auswählen, die ihm zusagt. Doch es ist nicht allein damit getan, die Verbrauchsdiagramme zu studieren. Erst wenn Energiedaten und Produktionsdaten gemeinsam betrachtet werden, können Rückschlüsse daraus gezogen werden.

Die PILOT:Suite ermöglicht den Bezug zu hergestellten Produkten, Prozessaufträgen, zum Equipment und zu den einzelnen Linien oder Produktionsbereichen. „Wenn wir den Energieverbrauch einer Anlage mit dem Linienlauf vergleichen, können wir genau die Zusammenhänge zwischen Stromverbrauch und Produktionsstatus erkennen und wenn nötig entsprechende Maßnahmen ableiten.“

Noch aufschlussreicher ist es, die Energiedaten zusammen mit den Produktionsdaten in einem Diagramm zu betrachten: „Wir können uns den Energieverbrauch einzelner Aggregate anschauen und Lastspitzen auf einen Blick erkennen. Dafür ist im Diagramm die Energiegrenze eingezeichnet“. Zusätzlich wird mit einem Balkendiagramm die Menge angegeben, die in dem vorgegebenen Zeitraum an der Anlage produziert wurde. „Aus diesen Daten lässt sich sehr gut ableiten, welche Anlagen wir in einer anderen Reihenfolge oder zeitversetzt anfahren müssen, um so rechtzeitig eine Lastverteilung vorzunehmen, resümiert Burkowski: „Energiespitzen wie im vergangenen Sommer gehören damit der Vergangenheit an“.

Ganzheitlich betrachten

Das Wasser- und Abfallmanagement erfolgt ähnlich. Beim Wasser werden verschiedene Arten, zum Beispiel Frischwasser, aufbereitetes Wasser, voll entsalztes Wasser oder Spülwasser unterschieden. Der Verbrauch wird anhand von Messstellen erfasst, sodass aussagekräftige Wasserbilanzen erstellt werden können.

Das Abfallmanagement berücksichtigt den Abfall, der in der Produktion entsteht. Dabei spielt nicht nur die Abfallentsorgung eine Rolle. Mit Hilfe von PILOT:Sustainability soll auch der Materialauschuss (Scrap) fortlaufend reduziert werden. Es können zum Beispiel Abfälle sortiert und entsprechend gekennzeichnet werden, um sie Abteilungen, Kostenstellen oder sogar Produktionsaufträgen zuzuordnen.

Ihr Nutzen auf einen Blick

Viele kleine Schritte führen dazu, dass Sie noch mehr Performance aus Ihrer Produktion herausholen können!

  • Einsparungen: Spitzenverbräuche und Hauptverbraucher identifizieren, Energieverbrauch schrittweise senken.
  • Kontrolle: Lastspitzen und damit verbundene hohe Kosten vermeiden.
  • Überblick: Detailliertes Wissen über die Ressourcenverbräuche des Produktionsstandortes.
  • Nachhaltigkeit: Ressourcenverbräuche senken, Abfälle vermeiden.
  • Potenzial: Zertifizierung nach ISO 50001 als Basis für Steuereinsparungen.
  • Optimierung: Kontinuierliche Verbesserung im Sinne des PDCA-Zyklus.
Author: FELTEN GmbH

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