Digitale Produktionsplanung in der Praxis

Ein mittelgroßer Produktionsstandort eines Lebensmittelherstellers produziert jedes Jahr ca. 10.000 Kundenaufträge. Die Produktionsprozesse sind dabei meist dreistufig: Sie beginnen mit dem Verwiegen der Materialien, erstrecken sich über den Herstellprozess des Produktes und enden mit dem Abfüllen und Verpacken des Fertigprodukts. Das bedeutet: Aus 10.000 Kundenaufträge werden schnell 30.000 Produktionsaufträge. Die digitale Produktionsplanung mit einem Advanced Planning and Scheduling System macht die komplexe Planung beherrschbar.

Um die Aufträge abwickeln zu können, müssen in den Planungsschritten alle Lager und die dort lagernden Materialien voll integriert sein – denn ohne Materialien kein Produkt. Zudem sind Lieferzeiten, Personal, Produktionsequipment und Produktionssequenzen relevant. Aus Unternehmenssicht besteht außerdem die Anforderung, dass die Lagerhaltung, die Prozesse und alle Ressourcen optimal abgestimmt sind. Umlaufvermögen, Auslastung, Effektivität, Effizienz, Produktivität und Qualität sind nur einige der hierfür benötigten Kennzahlen.

Die komplexe Ausgangslage

Bislang hat der Lebensmittelhersteller die Kundenaufträge im ERP-System verwaltet und darin in einem Wochenplan tagesgenau auf die erforderlichen Ressourcen des Produktionsstandortes geplant. Der Standort übernimmt diesen Wochenplan und plant die notwendigen Prozessschritte rückwärtsgerichtet. Die Planung selbst erfolgt hauptsächlich mit Office-Programmen – schließlich ist dabei Flexibilität gefragt und die stundengenaue Belegung der Maschinen in der mehrstufigen Folge der Produktion ist im ERP nicht abbildbar.

Fachpersonal als Know-how-Träger

Um die Komplexität der Planung abzufangen, ist viel Fachpersonal nötig. Denn die Mitarbeitenden sind die Know-how-Träger, nur sie kennen alle relevanten Informationen: Sie wissen genau, welche Produkte mit welchem Equipment produziert werden müssen, welche Produktfolge einzuhalten ist oder welches Personal benötigt wird. Die Abstimmung der erarbeiteten Pläne erfolgt in den morgendlichen Produktionsmeetings.

Dies beschreibt einen Verlauf ohne Zwischenfälle und Vorkommnisse: Ein Zustand, der in einem Produktionsunternehmen nicht existiert. Denn kurzfristige Mengenänderungen, Änderung der Prioritäten, nicht geplante Stillstände, Personalausfälle, Materialien, die nicht rechtzeitig angeliefert werden oder Qualitätsprobleme sind an der Tagesordnung. Sie sorgen dafür, dass sich die geplanten Abläufe kontinuierlich verändern. All das erzeugt den Bedarf an noch mehr Fachpersonal und noch mehr Meetings, E-Mails und Telefonaten.

Die digitale Produktionsplanung

Die Darstellung der Ausgangssituation verdeutlicht die Komplexität der Produktionsplanung und zeigt auf, dass schon bei geringsten Abweichungen schnell die Grenzen des Machbaren erreicht sind. Mit einem Advanced Planning and Scheduling System (APS) sieht das gleich ganz anders aus. Die Software ist die Basis für eine digitale Produktionsplanung. Der Ablauf ist einfach:

  • Die Kundenaufträge werden im ERP-System verwaltet und dort tagesgenau in einem Wochenplan auf die erforderlichen Ressourcen des Produktionsstandortes geplant.
  • Die Planung wird automatisch über eine Standardschnittstelle in das Advanced Planning and Scheduling System geladen.
  • Im APS sind alle Ressourcen, zum Beispiel Maschinen und Personal sowie das gesamte Betriebs-Know-how hinterlegt.
  • Das System entwickelt rückwärtsgerichtet auf Basis aller hinterlegten Bedingungen einen optimalen Ablauf. Dieser kann vom Fachpersonal so akzeptiert oder kurz per Drag-and-drop angepasst werden. Außerdem können verschiedene Alternativen simuliert und überprüft werden, um den optimalen Produktionsverlauf zu definieren.
  • Alle Materialien werden automatisch auf Vollständigkeit geprüft und alle Vorkommnisse automatisch verarbeitet. Ob mehrere hundert Abläufe oder mehrere tausend in beliebiger Komplexität zu planen sind, resultiert in einem Unterschied von wenigen Sekunden Rechenzeit.
  • Da das APS zusätzlich mit einem Manufacturing Execution System (MES) verbunden ist, können auch alle ungeplanten Stillstände direkt automatisch verarbeitet werden.

Der Nutzen einer Planungssoftware im Überblick

Der Einsatz der FELTEN-Planungssoftware PILOT:Advanced Planning, die auf dem bewährten Advanced Planning and Scheduling System FEDRA basiert, hat bei diesem Lebensmittelhersteller den Planungsaufwand wesentlich verringert. Auf unvorhergesehene Planänderungen kann das Unternehmen nun viel schneller reagieren. Die neu gewonnene Transparenz erlaubt es allen Beteiligten, schnelle und sichere Entscheidungen zu treffen und die Planung zu optimieren.

Darüber hinaus wurden die Lagerbestände reduziert und die Kundenzufriedenheit durch zuverlässige Lieferung in Zeit und Menge gesteigert. Durch die Berücksichtigung aller für die Planung relevanten Ressourcen erlaubt das Advanced Planning and Scheduling System eine sehr realitätsnahe Planung, was wiederum die Durchlaufzeit, Qualität und Effizienz der Produktion wesentlich verbessert.

Produktionsplanung mit APS FEDRA: einfach, dynamisch, realistisch, adaptiv

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Author: FELTEN GmbH

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